{"id":962,"date":"2007-01-22T16:50:19","date_gmt":"2007-01-22T15:50:19","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.tokbela.de\/2007\/01\/22\/962\/"},"modified":"2007-01-22T16:51:22","modified_gmt":"2007-01-22T15:51:22","slug":"empfehlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.tokbela.de\/?p=962","title":{"rendered":"Empfehlung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Achtung!<\/strong><\/p>\n<p>Der folgende Beitrag ist vor allem Frauencontent. Es geht um Arztbesuche und unappetitliche Diagnosen. Solltest du Zweifel daran haben, ob du &quot;es&quot; wirklich wissen willst, lies lieber nicht weiter.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ich hasse Aerzte. Ich habe Angst vor ihnen.<\/p>\n<p>Vielleicht, weil ich bisher bei einigen Aerzten, die ich besucht habe, nicht unbedingt tolle Erfahrungen gemacht habe.<\/p>\n<p>Einmal wurde ich halb nackt und in entwuerdigender Position in einem Zimmer warten gelassen (&quot;Ich muss mal kurz weg&#8230;&quot;), in dem die Schraenke fuer medizinischen Krempel standen. So hatte nicht nur das gesamte Personal tiefe Einblicke, sondern auch Patienten, die von draussen reinlinsten. Nachdem der gute Arzt dann auch noch mein Rezept zusammen mit meinem Namen quer durch die Praxis gerufen hatte, war mein Tag ruiniert. In einer doerflichen Umgebung, in der jeder jeden kennt, moechte ich nicht, dass jeder weiss, dass ich einen (und wer jetzt lacht, bekommt Blog-Verbot) &quot;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Analfissur\" title=\"Analfissur - TokBlog\">Anal-Dehner<\/a>&quot; benoetige.<\/p>\n<p>Ich habe mir dieses Teil aus Scham bis heute nicht gekauft und erzaehle die Geschichte gerade erst zum dritten Mal. Raffi weiss natuerlich davon und ausserdem eine Freundin, die damals mit mir beim Arzt war. Ich wuerde dem Arzt nicht raten, mich bei einer naechsten zufaelligen Begegnung auch nur zu gruessen.&nbsp;<\/p>\n<p>In Halle habe ich eine Frauenaerztin besucht. Ich war schon vorher nicht gerne beim Frauenarzt, weil mir das viel zu intim ist. Dieser Besuch sollte meine Abneigung nur noch verstaerken. <\/p>\n<p>Ich entscheide gerne selbst, wer mich wo anfassen darf. Da bin ich sehr eigen; selbst Verwandte sollten mich nicht ungefragt antatschen. Vielleicht liegt das an meinem hohen Gewicht, vielleicht ist das auch nur eine generelle Grundeinstellung, die ich nunmal mitbringe.<\/p>\n<p>Ausserdem habe ich bezueglich meines Aussehens enorme Komplexe. Ich finde mich nett und intelligent, aber nicht zwingend attraktiv. Mein Gesicht finde ich schoen und meine Haare, desweiteren meine ausgepraegte Taille. Jedoch den Rest &#8211; und das liegt eindeutig am Gewicht &#8211; nicht. Frueher musste ich mir haeufig bloede Sprueche von Schulkameraden und Fremden anhoeren, inzwischen sind es nur noch betrunkene und bloede Jugendliche in Cliquen.<\/p>\n<p>Dementsprechend begeistert war ich, als sich die Aerztin an meinem Gewicht geradezu aufgeilte. Ich denke nicht, dass Aeusserungen wie &quot;Mein Gott, ist das haesslich&quot;, &quot;Sie sind zu fett&quot;, &quot;Das sieht furchtbar aus!&quot; und &quot;Sie sind viel zu schwer fuer den Stuhl, da muss meine Assistentin ran.&quot;, welche im Minutentakt auf mich einprasselten, zu einer normalen aerztlichen Untersuchung gehoeren beziehungsweise mit den Menschenrechten vereinbar sind.<\/p>\n<p>Besonders schoen war in diesem Zusammenhang die Blutdruckmessung, die eine Assistentin an mir durchgefuehrt hat, nachdem die Aerztin mich schon eine Viertelstunde in Rage gebracht hat und waehrend im Stehen an meiner Brust herumgefummelt wurde. Das viel zu hohe Ergebnis (jenseits der 200) war fuer die gute Frau Doktor natuerlich ein gefundenes Fressen; meine Aussage, mein normaler Blutdruck liege bei 130 zu 80, wurde ignoriert.<\/p>\n<p>Ich habe Stunden gebraucht, um nicht mehr bei jeder Kleinigkeit in Traenen auszubrechen; Tage, bis ich nicht mehr bei jeder Gelegenheit daran gedacht habe. Wenn ich davon erzaehle, tritt mir auch jetzt, mehr als anderthalb Jahre nach diesem Vorfall, noch das Wasser in die Augen.&nbsp;<\/p>\n<p>Seitdem wurde ich bei keinem Arzt mehr vorstellig, habe mich bei meinen Pillenrezepten immer irgendwie durchgeschummelt. Hier in Karlsruhe wollte ich einen Neuanfang wagen und habe beim naechstgelegenen Arzt einen Termin vereinbart. Dieser Termin war heute. Ich war begeistert und gelobte, den Arzt weiterzuempfehlen.<\/p>\n<p>In der Praxis von Herrn <a href=\"http:\/\/www.frauenaerzte.de\/alexanderfertig\" title=\"Dr. Alexander Fertig - Frauenaerzte.de\">Dr. Alexander Fertig<\/a> herrscht nicht nur eine nette Atmosphaere, sie hat auch noch andere Vorzuege:<\/p>\n<ul>\n<li>Der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gyn%C3%A4kologischer_Stuhl\" title=\"Gynaekologischer Stuhl - Wikipedia.de\">gynaekologische Stuhl<\/a>  dort ist kein unbequemes 08\/15-Modell, sondern eine neu eingefuehrte, frauenfreundliche Variante namens <a href=\"http:\/\/www.borcad.cz\/gynekologicke-kreslo-radius-de.html\" title=\"Radius - Borcad.cz\">Radius<\/a>. Man legt nicht seine Unterschenkel in scheinbar willkuerlich angebrachte Plastikschalen, sondern stellt seine Fuesse auf spezielle Stuetzen und lehnt sich gemuetlich zurueck.<br \/> Bequem, einfach und nicht so angsteinfloessend. Ausserdem bunt. Mag ich.<\/li>\n<li>Im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass keine Arzthelferin assistierte, sondern der Arzt eigentlich die ganze Zeit froehlich redend und erklaerend umhergewuselt ist. Mag ich auch, wenn wenig Leute im Raum sind.<\/li>\n<li>Der Herr Dr. Fertig ist nicht nur sympatisch, nett und gutaussehend, sondern auch vertrauenserweckend, gut informiert und bemueht, eine persoenliche Atmosphaere zu schaffen. Dabei bleibt er immer professionell. Ich hatte ein wirklich gutes Gefuehl bei ihm. Auch als ich ihm meine Erlebnisse beim letzten Frauenarztbesuch schilderte, um zu verhindern, dass er unbedachte Aussagen macht, fuehlte ich mich gut aufgehoben.<\/li>\n<li>Das Wartezimmer ist sehr klein (ungefaehr 9 Stuehle), aber hell und freundlich. Es liegen viele Zeitschriften und Prospekte herum, sodass ich auch gut unterhalten gewesen waere, haette ich mein Buch daheim gelassen.<\/li>\n<li>Auf Beratung wird dort grossen Wert gelegt. Alle meine Fragen wurden ausfuehrlich beantwortet, ohne Anzeichen von Stress und Hektik. Dafuer nehme ich auch gerne laengere Wartezeiten in Kauf, denn andere Patientinnen sollen doch genauso behandelt werden wie ich. (Naja, 30 Minuten nach dem vereinbarten Termin ist nicht wirklich eine lange Wartezeit)<br \/> Ausserdem wurde mir angeboten, im Rahmen einer Studie einen kostenlosen Test auf <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Humanes_Papilloma-Virus\" title=\"Humanes Papilloma-Virus - Wikipedia\">Papilloma-Viren<\/a>  zu machen. Auch wenn meine Versicherung das sowieso bezahlt haette, habe ich mich dafuer bereiterklaert, da ich den Test so oder so haette machen wollen und so das Gefuehl habe, der Wissenschaft weiterhelfen zu koennen.&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Jetzt bin ich nicht nur Testobjekt, sondern auch ein Stueck weit von meiner Aerztephobie geheilt. Dankesehr. Den Herrn empfehle ich gerne weiter. Auch und vor allem an Frauen, die starke Probleme mit Aerzten haben. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Achtung! Der folgende Beitrag ist vor allem Frauencontent. Es geht um Arztbesuche und unappetitliche Diagnosen. 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